Bevor mit Qigong Übungen begonnen wird ist es sinnvoll sich zuerst darauf einzustimmen um gute Effekte zu erreichen und einen Wechsel zu der davor ausgeübten Tätigkeit zu vollziehen. Mit ein paar angeleiteten Lockerungs- und Aufwärmübungen können Anfänger und Fortgeschrittene im Qigong sich meiner Erfahrung nach recht gut vorbereiten. Schließlich soll die ganze Aufmerksamkeit den Übungen gewidmet sein.

Alle reden von Achtsamkeit
Auf der Suche nach einer kurzen Umschreibung dieser Einstimmung habe ich den Begriff „Entspannte Aufmerksamkeit“ gewählt. Andere Qigong Praktizierende sprechen in diesem Zusammenhang manchmal von einem Qigong-Zustand. Da dieser Begriff je nach Zugang zum Qigong etwas anders interpretiert wird, halte ich es für zielführender einen neutralen Begriff, wie den der Entspannten Aufmerksamkeit zu verwenden. Bis zu einem gewissen Grad können die Anweisungen zur Entspannten Aufmerksamkeit auch für das Taiji Quan angewendet werden.

Entspannung mit erfrischender Klarheit – ohne wegzudämmern
Um gute Wirkungen im Qigong zu erzielen ist das Üben in einem Zustand entspannter Aufmerksamkeit und Wachheit anzustreben. Also kein Dämmerzustand, sondern eine Qualität von erfrischender Klarheit, ein Gewahrsein des gegenwärtigen Momentes. Ein Beobachten ohne eine Bewertung vorzunehmen.
Präsent und bereit weilt die Aufmerksamkeit im Körper. Die Umgebung wird aber nicht ausgeblendet um nicht in sich zu versinken. Eine Balance von Aufmerksamkeit nach innen (Yin) und Wahrnehmung des Außen (Yang) soll sich einstellen. Gerade beim Üben in der Natur wird der positive Effekt von Übungen verstärkt, wenn die Umgebung als ausgleichend und kraftspendend wahrgenommen wird.
Im Stehen finden wir eine Position, in welcher der Körper das Gleichgewicht findet, die Füße wurzeln bildlich gesprochen in der Erde und der höchste Punkt am Kopf strebt dem Himmel entgegen. Es ist hilfreich den Atem zu beobachten und den eigenen Rhythmus zu finden, das beruhigt, zentriert und verbindet uns mit uns selbst. Der Blick entspannt sich und wird weit, die Aufmerksamkeit wendet sich dem unteren Dantian zu. Gesammelt und heiter kann man nun die innere Ruhe genießen.

Beständiges Üben führt zum Erfolg
Vor und zwischen den Übungen wird diese Qualität immer wieder kultiviert. Mit entsprechender Erfahrung wird es auch immer leichter diesen Zustand entspannter Aufmerksamkeit während des Übens aufrecht zu halten, sodass sich die bestmögliche Wirkung entfalten kann.
Die fünf Regulationen beschreiben noch detaillierter Weg zur harmonischen Einheit von Körper, Atem, Intention, Qi und Shen.

Wenn sich der Zustand der Entspannten Aufmerksamkeit stabilisiert, ist eine gute Voraussetzung für der Einsatz der Intention (Yi) gegeben.