In den Übungsanleitungen des Medizinischen Qigong gibt es zumeist spezielle Hinweise auf die inneren Organe bzw. Organfunktionskreise, Akupunkturpunkte sowie die Leitbahnen und Gefäße um diese beispielsweise zu stimulieren oder zu stärken. Manchmal finden sich auch Bezüge zu bestimmten Krankheitsbildern der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wie zum Beispiel in der fünften Brokatübung: Kopf und Steißbein wiegen um das Herzfeuer zu vertreiben. Ein wichtiger Bestandteil des Qigong ist die Prophylaxe, daher hat Medizinisches Qigong wie alle Qigong-Übungen auch das Ziel, den Organismus nachhaltig zu stärken, um Erkrankungen vorzubeugen.

Bekannte traditionelle Übungssysteme welche dem Medizinischen Qigong zugeordnet werden sind unter anderem:
Ba Duan Jin – Die Acht Brokatübungen
Die 6 (heilenden) Laute – Liu Zi Jue

Übungen des sogenannten Medizinischen Qigong sind primär nicht effektiver oder gesundheitsfördernder als andere Qigong Übungen. Im Qigong ist nicht die Art der Übung das einzig ausschlaggebende für eine gute Wirkung, sondern es ist in erster Linie die kompetente Anleitung und eine gute Ausführung!

Qigong wird in verschiedene Methoden gemäß der Entstehung und Zielsetzung eingeteilt:
Medizinisches Qigong, Qigong aus den Kampfkünsten, Qigong der Lebenspflege, Spirituelles Qigong (Religiös und/oder philosophisch).

Bei dieser Einteilung wird jeweils ein Aspekt stärker hervorgehoben, die grundsätzlichen Merkmale einer guten Qigong Übung sind bei allen Methoden zu finden. So gesehen kann auch Qigong aus den Kampfkünsten dazu beitragen Organe, Leitbahnen usw. zu stimulieren und bringt somit ähnliche Effekte wie ein Medizinisches Qigong hervor.